Stellt euch vor, ich habe das Christkind entdeckt – es trat gerade aus einer Kneipe! Mit seinen leuchtenden Augen funkelte es in die frostige Nacht, während der Schnee sanft die Erde bedeckte. An diesem heiligen Abend fand ich das Christkind nicht im strahlenden Himmel, sondern in einem kühlen Wald, wo die Tannen wie stille Wächter um den Geschenke-Sack standen. Es hatte ein rotes, frostig-errötetes Näschen und trug eine schief sitzende Mütze. Zunächst hielt ich es für einen Traum, als ich sah, wie es den schweren Sack voller Geschenke schleppte, der laut polterte und voller Geld war. Doch dann wurde mir klar, dass es nach einem langen Abend betrunken war und sich in der kalten Nacht verirrt hatte. „Himmlische Ruh“, murmelte ich leise, während ich diesem unerwarteten Anblick folgte. Das Christkind, ein fröhliches Wesen, dessen Mission anscheinend durch ein Missgeschick etwas aus den Fugen geraten war, strahlte dennoch eine fröhliche Ausstrahlung aus. Die Vorstellung, dass es an diesem heiligen Abend aus einer Kneipe kam, war seltsam, doch im Winterzauber des Tannenwaldes fühlte es sich plötzlich passend an. So viel dazu, dass das Christkind nur in himmlischen Höhen weilt – manchmal findet man es an den unerwartetsten Orten.
Ein lustiges Weihnachtsgedicht
In der kalten, weißen Winternacht,
kam das Christkind, das so fröhlich lacht.
Es schwebte herein mit einem Sack voll Glück,
und Rentiere folgten ihm Stück für Stück.
Die Waldes Stille, bedeckt von Schnee,
blickt auf den Kühler, der glänzt wie nie.
Mit äuglein so wach und einer Nase rot,
brachte es Freude, Trost und auch ein wenig Not.
Die Geschenke sprudeln, so voller Versehn,
versteckt in der Kneipe, wo wir uns oft seh’n.
„Was bringt ihr uns, Ihr himmlischen Ruh?
Kommt singend vorbei, wir freuen uns sehr darauf, du!“
So hörten wir Geschichten von den Nächten so klar,
das Christkind lachen, wunderbar und wahr.
In dieser heiligen Weihnachtszeit,
ist es der Zauber, der uns vereint,
und während die Rentiere am Himmel zieh’n,
feiern wir fröhlich, das sollte so sein!
Ein Gedicht für die Herzen, versüßt die Nacht,
mit Liebe und Lachen, die Weihnachtszeit erwacht.
Geschenke oder leere Taschen?
Im Walde, wo der Schnee leise fällt und die Näschen der Kinder rosig gefärbt sind, stellt sich die Frage: Was bringt das Christkind in seinen Händen? Der Sack des Christkindes ist gespickt mit Geschenken, die sowohl frohe als auch traurige Mienen hervorrufen können. Der Besucher, der aus der Kneipe kam, war ganz besoffen von der feucht-fröhlichen Stimmung und brachte keine Geschenke mit. Die Geschenke, die er hätte bringen sollen, blieben aus und hinterließen nur leere Taschen. Anna Ritter, die zwischen 1865 und 1921 lebte, würde sich sicher über das weit verbreitete Gerücht freuen, dass das Christkind flüchtige Gäste in der Kneipe aufschreckt und mit leeren Händen zurücklässt. Die Kinder, die sich auf die Ankunft des Christkindes freuen, hoffen auf bunte Päckchen und den Duft von frisch gebackenem Weihnachtsgebäck. Doch was tun, wenn der Sack des Christkindes einfach leer bleibt? Vielleicht bringt das Christkind ja die besten Geschenke nicht in materieller Form, sondern in der Freude und im Lachen, die es mit sich bringt. Ein besoffener Besucher oder der Glanz der wenigen Geschenke – das wahre Weihnachten könnte dann ganz anders sein, als wir es uns vorstellen.


